Klinische Zytologie

Klinische Informationen

Feinnadelpunktate
Mamma, Lymphknoten, Schilddrüse, Speicheldrüsen etc.

Wichtige klinische Angaben:
Genaue Lokalisation (insbesondere bei paarigen Organen: Seitenangabe)
Grösse in Zentimetern
Konsistenz
Entwicklungsdauer
Daten bildgebender Verfahren (Ultraschall, Mammographie, Röntgenbefunde etc.)

Lymphknotenpunktate:
Primär immer einen fixierten Ausstrich machen
Zusätzlich, wenn möglich, einen unfixierten, luftgetrockneten Ausstrich

Entnahmetechnik (Punkte 1. –15.):

1. Nadeln mit äusserem Durchmesser von 0.45 mm bis 0.6 mm verwenden
2. Hautdesinfektion
3. Tumor mit den Fingern fassen
4. Mit einer raschen Bewegung den Knoten punktieren
5. Vakuum erzeugen. Nadel im Tumor mit kurzen, schnellen Bewegungen so verschieben, dass der punktierte Raum die Form eines Konus hat
6. Vor dem Herausziehen der Nadel: Vakuum entlasten
7. Während des Herausziehens nicht mehr aspirieren (sonst gelangt Zellmaterial in die Spritze (erschwerte Wiedergewinnung der Zellen))
8. Nadel von der Spritze nehmen
9. Stempel ganz zurückziehen
10. Nadel erneut auf Spritze aufsetzen
11. Nadelinhalt durch langsames Drücken des Spritzenkolbens direkt unterhalb des Mattstreifens auf den Objektträger ausspritzen.
12. Einen sauberen, zweiten Objektträger im 90° Winkel vorsichtig auf das Zellmaterial auflegen und diesen sanft, schnell und mit gleichmässigem Druck über den ersten Objektträger ziehen (Ausstreichen). Nicht pressen.
13. Fixation unmittelbar nach der Präparation durch Einstellen der Objektträger in eine Küvette mit 96%-igem Alkohol.
14. 20 Minuten fixieren
15. Danach Präparate entnehmen und mit Zytospray nachfixieren.

Diese Doppelfixation ist wichtig, da der Alkohol die Verklumpung von Zellen verhindert und das Nachfixieren
mit Zytospray Austrocknungseffekte vermeidet.

Die Ausstriche sind nun versandbereit.

Mammasekret
Materialentnahme und -fixation:
Mamillenregion und Mamille (Brustwarze) mit Daumen und Fingern „ausstreichen“
Sobald eine Sekretion vorhanden ist: Objektträger an die Mamille legen und das Sekret lateral verteilen.
Bei genügender Sekretion mindestens zwei Präparate herstellen
Sofort fixieren in Küvette mit 96%-igem Alkohol

Punktionsflüssigkeiten (z.B. Gelenkserguss),Körperhöhlenergüsse (z.B. Aszites, Pleuraerguss)
Wichtige klinische Angaben:
Genaue Lokalisation
Klinische Fragestellung
Tumorverdacht
Bekannte Diagnosen/Therapien etc.
Materialentnahme:
Nach Möglichkeit genügend grosse Menge gewinnen; bei Körperhöhlenergüssen bis zu einem Liter
Material nativ – ohne Antikoagulantien, ohne Fixationsmittel
Versand über das Wochenende wenn immer möglich vermeiden (Bakterienwachtstum, Zelldegeneration) – falls nicht anders möglich; Material bis am Montag in den Kühlschrank stellen und dann per Express einsenden

Harnwege
Urin:
2. Morgenurin (Mittelstrahlurin) ohne Zusätze einsenden
erster Morgenurin ungeeignet da, bedingt durch die Nachtruhe vermehrt degenerierte Zellen
Auch Sammelurin ist daher für zytologische Untersuchungen ungeeignet
Blasenspülung:
Optimal: Materialgewinnung durch aktive Spülung
1: Katheter einführen – Blase entleeren – mittels grosser Blasenspritze Instillation und Aspiration von steriler, physiologischer Kochsalzlösung.
Diese Erst-Spülung entfernt Detritus, Bakterien und bereits desquamierte Zellen und wird verworfen
2: selbes Vorgehen mit ca. 100 ml steriler, physiologischer Kochsalzlösung wiederholen – Flüssigkeit ca. zehn Mal kräftig instillieren und wieder aspirieren
Material sofort einsenden

Respirationstrakt
Wichtige klinische Angaben:
Symptomatik
Nikotinabusus
Klinische Fragestellung
Thoraxbefund etc.
Sputum-Untersuchung:
Indikation zur Sputumuntersuchung
Tumorverdächtige Symptomatik; Husten, Auswurf, Bluthusten, Atemnot, plötzlicher Kräftezerfall
Tumorverdächtiger Röntgenbefund (auch wenn sonstige tumorverdächtige Symptome fehlen)
Pneumonien oder ähnliche fieberhafte Erkrankungen die auch als Begleiterscheinung von malignen Tumoren auftreten können
Bei Rauchern über 40 Jahre mit oder ohne chronischem Husten
Bei Patienten über 35 Jahre welche toxischen Inhalationen ausgesetzt sind
Materialentnahme:
Unbedingt Sputum, nicht Saliva (Speichel) einsenden
Sputum-Untersuchung an drei aufeinanderfolgenden Tagen durchführen (maligne Zellen werden erfahrungsgemäss bei ca. der Hälfte der Patienten nicht gleich im ersten Sputum-Untersuch gefunden)
Vorzugsweise Morgen-Sputum gewinnen
Nüchtern, Mund und Rachen mit Wasser ausspülen (Gurgeln)
Anschliessend Auswurf abhusten
Falls erforderlich Sputum-Provokationsversuch durch Inhalation; die Wahl des Aerosols ist von untergeordneter Bedeutung (z.B. Mucolytica, hypertonische Kochsalzlösung oder nur Wasserdampf)
Bei Asthma-Patienten ist die vorherige Gabe von Bronchodilatatoren sowie das Beklopfen der erkrankten Thoraxseite zur Lösung des Bronchialsekrets empfohlen
Bronchoskopie:
Bronchialsekretausstrich:
Gute Provokationsmethode
Tupfpräparate von zentralen Bronchialtumoren (nur mit dieser Methode möglich)
Kunststoff- bzw. Wattetupfer sofort abstreichen
Abstrich für die Papanicolaou-Färbung sofort fixieren
Bronchialbürste:
Bürstenbiopsie durch Einführung eines röntgenkontrastgebenden Katheters
Unter Durchleuchtungskontrolle wird eine feine Nylonbürste in das Bronchial-system eingeführt
Bürste durch rotierende Bewegungen auf zwei Objektträgern rasch ausstreichen
Sofort in Küvette mit 96%-igem Alkohol fixieren
Alternativ kann die Bürste auch in einem Zentrifugenröhrchen mit 2 ml physiologischer Kochsalzlösung ausgewaschen werden
Sofort einsenden
Bronchialspülung:
Direkt die Spülflüssigkeit (Material in physiologischer Kochsalzlösung) sofort einsenden
Bronchial-Aspiration:
Bronchialaspirationsmaterial vor und nach Bürsten-Entnahme in physiologischer Kochsalzlösung – sofort einsenden
Liquor cerebrospinalis
Zu beachten:
Zytologische Untersuchung – rein qualitativ, keine quantitative Angabe zu Zellzahlen
Material direkt nach Entnahme gekühlt und möglichst rasch ins Labor senden
Telefonische Voranmeldung im Labor erforderlich
Auge
Abstrich:
Läsion mit kleinem Platin-Spatel in Lokalanästhesie abkratzen
Mindestens auf zwei Objektträger aufbringen
Material-Austrocknung vermeiden: Objektträger waagerecht halten – Probenmaterial mit 96%-igem Alkohol überschichten (anschwellen lassen) – warten bis Alkohol verdunstet ist – Material ausstreichen – Präparate sofort in Küvette mit 96%-igem Alkohol fixieren
Feinnadelpunktion:
Feinnadelpunktionen von Auge, Augenlid und Augenhöhlen sollten nur von einem Augenarzt durchgeführt werden.
Intraokulare Spülung (Vitrektomie):
Nach der Entnahme die Spülflüssigkeit rasch und gekühlt einsenden.

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